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Ganz schön rauschig!
Eingereicht von U.Kpunkt   
kopfhoererDie Schul­ab­gän­ge­rInnen mit ihren kürz­lich voll­brachten Prü­fungen werden jetzt wohl ge­spannt auf­hor­chen und hoffen, dass keine Fotos der jüngsten Ab­schluss­fei­er­lich­keiten hier im Netz auf­tau­chen mögen... :o) Aber nein! Keine Angst! In diesem Bei­trag geht es le­dig­lich um ein 123 Jahre altes "Rau­schen", wel­ches man mit den Ohren wahr­nehmen kann - was wie­derum nichts mit Ti­nitus zu tun hat.





cd_playerEin Handriff der allen so selbst­ver­ständ­lich ist: "Klappe auf - CD rein - Klappe zu - Sound hören" (bzw. Mp3-Player laden und Play drücken). Das muss aber doch ir­gendwo seinen Ur­sprung be­sitzen... Gehen wir der Sache doch mal auf den Grund! Wäh­rend di­gi­tale Me­dien al­leine auf "Einsen" und "Nullen" ba­sieren, so ist doch die gute alte ana­loge Technik um ein viel­fa­ches in­ter­essanter. Hier wollen wir aber auch nicht ins De­tail gehen, denn dafür ist schließ­lich Wi­ki­pedia zu­ständig.


cassetteDreht man also die Jahre zu­rück, so trifft man zu­nächst noch auf die be­kannte, aber auch be­reits zum sterben ver­ur­teilte CD. Davor auf die große Aera der Vi­nyl­platte, die Ton­band­kas­sette (auch Com­pact Cas­sette, oder  CC) und das "of­fene" Ton­band mit seinen heute noch her­vor­ra­genden To­nei­gen­schaften. Hier kann man die Ge­schichte auch nach­lesen. (.pdf) Die Schel­lack­platte von "Emil Ber­liner" mit seinem Gram­mo­phon 1887 dürfte dann viell. noch man­chem ein Be­griff sein und damit sind wir auch schon an der Wende ins 19. Jahr­hun­dert an­ge­langt. Aber was war davor? Wie wurde Schall haltbar ge­macht?


tonbandEs war der Fran­zose Édouard-Léon Scott de Mar­tin­ville dem es 1860 ge­lang das fran­zö­si­sche Kin­der­lied „Au Clair de la Lune“ mit Hilfe eines großen Trich­ters ein­zu­fangen und mit einer Mem­bran, die die Schwin­gungen über­trug auf eine ruß­ge­schwärzte Walze zu kratzen. Die erste Stimme war kon­ser­viert! Al­ler­dings war sein "Pho­no­au­to­graph" nicht dazu ge­dacht, den auf­ge­zeich­neten Schall auch wie­der­zu­geben. Das schaffte erst die Er­fin­dung des Ame­ri­ka­ners Thomas Alva Edison 1877 (genau, der auch die Glüh­birne er­fand) der dieses Prinzip auf­nahm und an­schlie­ßend mit seinem "Pho­no­gra­phen" welt­be­rühmt wurde. Die Töne wurden zu­nächst in eine Zinn­folie ge­ritzt und später auf einer Wachs­walze mit wen­del­för­miger Ton­spur über­tragen und somit ge­spei­chert. Davor gab es eig. nur noch Walzen-Spiel­ge­räte des Schwei­zers An­toine Favre-Sa­lomon, die mit ge­lochten Pa­pier­bän­dern me­cha­ni­sche Mu­sik­in­stru­mente di­ri­gierten. Aber Loch­bänder waren nur ge­spei­cherte Zeit-In­for­ma­tionen und kein Schall.

123 Jahre alte Puppe spricht wieder!

edison-mikroskopWas macht man al­ler­dings mit derart alten Ton­trä­gern, deren Ab­spiel­ge­räte gar nicht mehr vor­handen sind? Wie soll man z.B. so einen Edison-Blech­zy­linder ab­spielen? Ein großes Pro­blem ent­steht. Jetzt ist es al­ler­dings For­schern am La­wrence Ber­keley Na­tional La­bo­ra­tory ge­lungen, die äl­teste Tonauf­zeich­nung der Welt zu di­gi­ta­li­sieren. Dieser Blech­zy­linder, der aus einer von Thomas Edison selbst ver­kauften Puppe stammte, ent­hält den 12-se­kün­digen Kin­der­reim “T­winkle, Twinkle, Little Star”. Die For­scher be­nutzen dafür eine neu­ar­tige Bild­technik, ohne dafür die Schal­lauf­zeich­nung be­rühren zu müssen. An­hören kann man das ver­rauschte Stück auf der Web­site des "Na­tional Park Ser­vice" in den USA. Die For­scher nutzten dafür ein drei-di­men­sio­nales op­ti­sches Scan­ner­system und er­stellten daraus ein di­gi­tales Mo­dell. Die In­ter­essante Ne­ben­ge­schichte daran ist, dass man die Auf­zeich­nungen da­mals noch nicht ko­pieren konnte und so für jede Puppe ein Unikat her­ge­stellt werden musste! Das Bild links zeigt eine Mi­kro­sko­p­auf­nahme dieser au­ßer­ge­wöhn­li­chen "Ton­spur".

(Ar­tikel auf news.cnet.com - Link)
(Foto Kopf­hörer: Da­niel Ga­sie­nica | Li­zenz)
(Foto Kas­sette: Wi­ki­pedia User: GRA­HAMU)
(Foto Ton­band: Hannes Grobe)






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